TIME IS A WASTE

MARCH 13 – MAY 10, 2014

Exhibition view: TIME IS A WASTE by Tim Bennett

DE

 

Tim Bennett – Time Is a Waste

Text: Patrizia Dander

 

Mit dem Ausstellungstitel Time Is a Waste ruft Tim Bennett ein – zugegebenermaßen recht obskures – zeitliches Register auf. Tatsächlich geht es in seinen Arbeiten (auch) um Zeit und deren verschiedenartige Manifestationen. Zunächst einmal um Geschwindigkeit, im Sinn von Beiläufigkeit und Spontaneität. Wie schon bei früheren Bildern gibt es auch für die p.o.t.d. Reihe ein vorgelagertes Set an Parametern, die den Prozess der Formfindung pragmatisch verkürzen. Ausgehend von „scribbles“, genauer gesagt von Stiftproben in Schreibwarenläden und deren inhaltsfreier Zeichenhaftigkeit, hat Bennett Formen auf Papier gebracht, die rasch und ohne kompositorische Kontrolle durch das Auge entstehen. Diese Zeichnungen werden in zweiter Instanz auf einen Bildträger gebracht und schichtweise zu einer Gesamtkomposition arrangiert. Hier endet die Geschwindigkeit und überlässt einer anderen Form von Zeitlichkeit das Feld. 

EN

 

Was jetzt folgt ist ein langwieriger Prozess, der bestimmt ist von handwerklichen Anforderungen wie langen Trocknungsphasen des Materials; von sukzessiven kompositorischen Entscheidungen über passende oder spannungsgenerierende Überlagerungen; von der Überführung von Spontaneität in eine beständige Bildkonfiguration. In seinen Bildern werden verschiedene Zeitlichkeiten gegeneinander aufgefahren, Geschwindigkeit wird dabei nur vorgetäuscht. Sie geben vor zu sein was sie nicht sind, implizieren also ein „Anderes“. Das ließe sich auch für den Titel behaupten. Tim Bennett wählt eine „verkehrte“ Aussage („time is a waste“ – Zeit ist Verschwendung, statt „a waste of time“ – Zeitverschwendung), die zwar grammatikalisch korrekt ist, sich aber nicht in ein sinnhaftes Gefüge auflösen lässt und im Grunde immer auf ihren semantisch intakten Vorläufer verweist. Solche Transformationen von bereits Existierendem betreibt er in vielen seiner Arbeiten.

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